Vivian Gornick, Ich und meine Mutter

Vivian Gornick wurde 1935 als Tochter russisch-jüdischer Einwanderer in der New Yorker Bronx geboren. Sie wuchs auf in der Nachbarschaft kinderreicher Familien mit italienischen, irischen und russischen Wurzeln. Das familiäre Leben fand häufig vor aller Augen und Ohren im Treppenflur, im Hinterhaus, im Hof des Häuserblocks, in der Küche statt. Die Eltern, glühende Kommunisten, waren ihr Leben lang wie Feuer und Wasser. Schon als Kind spürt Vivian Gornick bei ihrer Mutter eine blinde Wut über ihr Schicksal als Hausfrau. Allerdings begleitet von der trotzigen Behauptung, die wichtigste Rolle einer Frau sei die der Ehefrau und Mutter. Nach dem frühen Tod ihres Mannes kultiviert Vivians Mutter eine geradezu divaeske Theatralik und ereifert sich über die Freizügigkeit und Selbstbestimmtheit von Freundinnen, Nachbarinnen und ihrer Tochter.  Darüber, dass Vivian Unabhängigkeit und Schriftstellerei wählt, können Mutter und Tochter bis hoch ins fortgeschrittene Alter endlos streiten, zugleich sind sie unzertrennlich. In diesem biografischen Roman zerlegen Mutter und Tochter auf kilometerlangen Fußmärschen durch New York weibliche Lebensentwürfe und führen furiose und häufig komödiantische Streitgespräche über Familie, Sex, Freundinnen, Liebhaber, Träume und Enttäuschungen. Ein temporeiches kluges Buch, in dem man atemlos neben zwei Frauen herläuft und ihnen gleichermaßen fassungslos wie amüsiert zuhört.

Gornick, Vivian
Penguin Verlag Hardcover
ISBN/EAN: 9783328600305
20,00 € (inkl. MwSt.)