Drei Schwestern, ein Elternhaus und zunehmend hinfällig werdende Eltern: Während Sanne, die Älteste, in Nachbarschaft der alten Eltern wohnt, lebt Gitti, die Jüngste, mit ihrer Familie in einen anderen Ort, keine Lust mehr darauf, der emotionale Puffer zwischen ihren beiden älteren Schwestern zu sein, und Petra, studiert, unabhängig, allein lebend in der Stadt, muss feststellen, dass ihre aktuelle Affäre bereits 13 Jahre dauert und eine Entscheidung einfordert. Sanne dagegen kümmert sich nahezu täglich um die Eltern und sieht deren Überforderung mit dem großen Garten und den vielen Treppen im „schmalen Haus“, dass der Vater einst selbst gebaut hat. Sie organisiert den Umzug in eine seniorengerechte Wohnung, deren Annehmlichkeiten die Eltern durchaus zu schätzen wissen, aber den Garten und die alte Nachbarschaft vermissen. Sanne, Erbin des Elternhauses, stoppt schließlich dessen Verkauf und fällt stattdessen in ein Loch: Ihr Mann trennt sich Knall-auf-Fall von ihr, die beiden herangewachsenen Kinder ziehen aus, das Elternhaus verwahrlost. Genau wie Sanne. Leere Weinflaschen und Pizzakartons stapeln sich im heimischen Wohnzimmer und Sanne entdeckt, dass die elektrische Gartenschere gar nicht so schwer zu bedienen ist, wie Uwe ihr immer weisgemacht hat. Die beiden jüngeren Schwestern sind völlig überrumpelt vom Verlust ihres Elternhauses und fassungslos über das Massaker, das Sanne im eigenen Garten zwischen Kirschlorbeer und Thuja-Hecken anrichtet. Eine fast „alltägliche Geschichte“, die die Autorin angenehm unaufgeregt, völlig kitschfrei und mit einem liebevollen Blick auf alle handelnden Personen erzählt.