Anton Strosser wird 1897 auf einem abgelegenen, ärmlichen Hof in der Fränkischen Schweiz geboren. Antons Mutter stirbt früh, sein Vater ist kaltherzig und schenkt seinem Sohn nur Aufmerksamkeit, wenn er ihn prügelt. Als Kind wird der stotternde Anton von seinen Mitschülern und Dorfjugendlichen gehänselt. Mit 16 Jahren beginnt er eine Metzgerlehre, die ihn, zu einer Zeit als die Hausschlachtung noch üblich war, von Hof zu Hof führt. Mit 18 Jahren zieht Anton in den ersten Krieg, später dann in den Zweiten. Irgendwie taumelt er durch beide Kriege und ist einer der wenigen seiner Kameraden, der diese beiden Kriege überlebt. Dazwischen und danach kehrt er immer wieder auf den Hof zurück, den er irgendwann verwahrlost und verlassen vorfindet. Sein Vater ist verstorben und seine große Liebe Maria für ihn inzwischen unerreichbar. Doch auch wenn sein Vater längst tot ist, verfolgt er Anton weiterhin. Ist der Sohn doch dem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten. Im Winter 1968 findet ein zufälliger Wanderer den alten Anton - tot, in offensichtlich verwahrlostem Zustand und vorn übergesunken an seinem Küchentisch auf dem Hof vor. Neben sich zwei umgeworfene Gläser.
Unter dem Pseudonym Tommie Goerz schreibt ein mehrfach preisgekrönter deutscher Krimiautor einen enorm einfühlsamen, berührenden und intensiven Roman über ein kärgliches und einsames (Männer-) Leben, das geprägt ist von einer grausamen Kindheit und zwei grausamen Kriegen. Und dennoch ist diese geradezu archaische, raue Lebensgeschichte (die zu anderen Zeiten vielleicht gar nicht so selten war) – bei aller Tristheit und Melancholie – ein sprachlich und inhaltlich enorm beeindruckendes und mitreißendes Leseereignis, das Ihnen noch lange nachlaufen wird.


Bibliographie