Als Stefan Hertmans erfährt, dass seine zweite Heimat, der Ort Monieux in Frankreich, vor tausend Jahren Schauplatz eines Pogroms durch die Kreuzritter war, begibt er sich auf Spurensuche. Unter den Überlebenden soll eine junge Frau christlicher Herkunft gewesen sein. Diese historisch verbürgte Figur lässt ihn nicht mehr los, er tastet sich erzählend an ihr Leben heran. Vigdis nennt er die Frau, die für die Liebe zum Sohn des Rabbi ihre Existenz aufs Spiel setzt und zu Hamutal wird, die alles verliert und ganz allein nach Jerusalem aufbricht. Mit seiner grandiosen literarischen Rekonstruktion dieser Geschichte von Liebe, Gewalt und religiöser Verfolgung ist Hertmans ein erschreckend gegenwärtiger Roman gelungen.
"Dieser grandiose Roman wird mich ab jetzt begleiten wie ein guter Freund. Die Fremde hat sich in meinem Kopf und in meinem Herzen eingenistet, als hätte ich ihre Geschichte selbst erlebt. Aus jeder Seite spricht eine Wahrhaftigkeit, wie nur große Literatur sie zu erschaffen vermag." Margriet de Moor
Stefan Hertmans, geboren 1951, gilt als einer der wichtigsten niederländischsprachigen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet.
In einer beeindruckenden und wunderschön fließenden Weise vermischt der Autor seine Spurensuche und seine Eindrücke vor Ort mit der erzählten Handlung um die junge Christin Vigdis, die aus Liebe zu einem jungen Rabbi-Schüler zum Judentum konvertiert, und damit gegen die gesellschaftlichen Regeln Ihrer Zeit und ihrer Familie verstößt. Sprachlich sehr fein erzählt dieser Roman von einem zeitlosen Thema, das berührt und nachdenklich macht.