Torran hat sein Elternhaus an der schottischen Küste verlassen, um mit einer Freundin über mehrere Monate Indien zu bereisen. Sieben Jahre ist dies nun her. Nachdem sich die Wege zwischen ihm und seiner Freundin getrennt haben, ist er eines Tages aus seinem Hotelzimmer in einem indischen Bergdorf verschwunden. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. In den darauf folgenden Jahren reisen seine Eltern Robert und Anne regelmäßig nach Indien, um vor Ort nach ihrem Sohn zu suchen. Bislang ohne Erfolg. Robert, der inzwischen davon überzeugt ist, dass sein Sohn tot ist, wartet zuhause auf Anne, die seit nunmehr drei Jahren vor Ort lebt, in dem Hotel, in dem ihr Sohn zuletzt gewohnt hat. Sie arbeitet als Englischlehrerin und macht sich regelmäßig, begleitet von einem einheimischen Guide, auf die Suche nach ihrem Sohn. In London bekommt ihre Nichte Esther, die als Journalistin über das Verschwinden ihres Cousins geschrieben hat, neue Hinweise über den möglichen Verbleib von Torran. Sie schließt sich ihrer Tante in Indien an, ein Zusammentreffen, das für beide Frauen nicht ganz einfach ist. Doch sie raufen sich zusammen und machen sich gemeinsam in die Berge auf, um einen entlegenen und verwunschenen Ort aufzusuchen, an dem Torran zuletzt gelebt haben soll. Diese nicht ungefährliche und kräftezehrende Wanderung durch die Täler des Himalaya verändert nicht nur das Verhältnis von Nichte und Tante zueinander, sondern führt Anne auf eine ganz eigene, spirituelle Reise. »Die Berge sind nur sie selbst. Uralt, echt, ohne Geschichte. Ohne Arglist. Darin liegt auch etwas Tröstliches …Es macht demütig. Ehrfürchtig. Mir verleiht es Hoffnung.« Hoffnung auch auf die Möglichkeit des Loslassens und ein selbstbestimmtes, freies Leben - für den Sohn aber auch für die Mutter.
Dieser Roman ist soviel mehr als nur die vordergründige Suche nach dem verschwundenen Sohn. Oder gar ein exotischer Reisetrip nach Indien. In angenehmer und fließender Sprache erzählt die Autorin von einer Suche, die letztlich zu sich selbst führt.