Nadine Pungs, Das verlorene Kopftuch

Ein Glas Wein trinken, ohne Kopftuch über die Straße laufen und einfach einen Mann küssen. Da, wo Nadine Pungs sich hinbegibt, ist all das strengstens verboten, werden Frauenrechte nicht sonderlich geachtet und können alltägliche Dinge mit Peitschenhieben bestraft werden. Ihr Ziel: der Iran. Mit Schmugglerbussen und Taxifahrern, die während der Fahrt zum Himmel beten, reist sie von Teheran über den Persischen Golf im Süden bis fast an die Grenze zu Aserbaidschan im Norden. Dabei möchte sie herausfinden, was sich hinter dem leidigen Begriff 'Achse des Bösen' verbirgt und wie der Iran abseits westlicher Klischees tatsächlich ist. Dreißig Tage reist Nadine Pungs alleine durch den Iran.Sie lernt dabei eine Menge über die Menschen, die Orte und die Sehenswürdigkeiten. Sie reibt sich permanent an der politischen Propaganda, die allgegenwärtig ist, und ist überrascht über die kleinen und augenzwinkernden Fluchten, die Männer und Frauen suchen und finden. Sie verbindet Ihre täglichen Begegnungen und Besichtigungen mit fundierter "Hintergrundrecherche". Sie schreibt mitreißend, humorvoll, engagiert und äußerst unterhaltsam. Und so hat nicht nur die Autorin einiges Neues gelernt, sondern wir mit ihr. Meine ausdrückliche Leseempfehlung!

Nadine Pungs, geboren 1981, hat Literaturwissenschaft und Geschichte studiert. Seit vielen Jahren zieht es sie auf der Suche nach Intensität und Schönheit immer wieder in die Welt. Zumeist allein. Wenn sie nicht reist, steht sie als Kleinkünstlerin auf der Bühne und verdient damit ihren Lebensunterhalt. Sie lebt in Düsseldorf.

Pungs, Nadine
Malik Verlag
ISBN/EAN: 9783890294940
16,00 €