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Karin Kalisa, Bergsalz

Ein 500-Seelen-Dorf im Allgäu. In vielen der Häuser und Höfe leben ältere Frauen inzwischen alleine: Die Männer gegangen oder tot, die Kinder ausgezogen. Man kennt sich, grüßt sich vom Gartenzaun aus, hält auf der Straße ein kleines Schwätzchen. Zur Mittagszeit an Nachbarins Türe klingeln ist dagegen von jeher ein Unding, etwas das man einfach nicht tut. Dass man aber für Eine alleine eigentlich gar nicht kochen kann, ist von jeher Franziska Heberles Überzeugung. Trotzdem kommt das mittägliche Klingeln an ihrer Haustür unerwartet, ungebeten und ungelegen: Tatsächlich - eine Nachbarin. Dann noch eine. Und noch eine - und noch eine. Auf einmal fühlt sich das Ungelegene absolut richtig an. Wie wäre ein Mittagstisch für viele - hier, im ländlichen weiten Voralpenland, wo Einzelhof und Alleinlage seit Generationen tief in die Gemüter gesickert sind? Auch wenn es nicht jedem passt, wenn sich etwas ändert. Es braucht Frauen aus drei Generationen, um dennoch diese Idee umzusetzen: Franzi, die Alteingesessene, Esma, die Syrerin, und Sabina, die Heimgekehrte - nicht jede 'von hier', aber alle drei aus ähnlichem Holz.

Dieser vierte Roman der Bestseller-Autorin ist so ganz anders als ihre vorherigen Bücher und hat mir wohl genau deswegen so gut gefallen: In poetisch-schöner, in Teilen sogar archaischer Sprache erzählt Karin Kalisa von einer Art Graswurzel-Bewegung, die des Nachahmens wert ist. Eingebunden in eine starke und bewegende Geschichte über Einsamkeit, Zusammenhalt, Flucht, Vertreibung und Neubeginn, ist ein Blick in die historische Vergangenheit des Allgäu, als die bäuerlichen Vorfahren ohnmächtig gegen die Ungerechtigkeiten der Obrigkeit aufbegehrten und auf Einödhöfe vertrieben wurden.

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