Frankfurt, 1994. Ella ist schwanger. Als sie ihrer Mutter bei einem ihrer eher seltenen Treffen im Restaurant von Hertie davon erzählen möchte, platzt diese mit der Nachricht heraus, dass Ella adoptiert ist. Ella ist schockiert. Sie erfährt, dass sie ein Findelkind ist, das vor einem Krankenhaus abgelegt wurde. Ein Medaillon mit einem Schriftstück, auf dem der Name Kaspar steht, ist das Einzige, was ihre leibliche Mutter ihr mitgegeben hat. Nach dem ersten Schock, begibt sich Ella schließlich auf die Suche nach ihrer Familiengeschichte und stößt dabei auf drei junge Mädchen, die sich 1919 in Ries bei ihrer Einschulung kennengelernt haben: die Gutsherrentochter Evelin, die Bauerstochter Babett, und Rosl, die aus der ärmsten Familie des Dorfes stammt. Irgendwann im Laufe der Jahre verlieren sich die drei Freundinnen. Evelin verlässt mit ihrer Mutter das Dorf, Rosl versucht ihr Glück in der Stadt und Babett, die als einzige im Dorf bleibt, führt mit Schwiegermutter, Mann und Kindern das Leben einer Bäuerin. Eines Nachts wird vor der Hoftür, ein Säugling abgelegt, den Babett wie ihren eigenen Sohn aufziehen und Kaspar nennen wird. Über Jahre ist sie davon überzeugt, dass Kaspar der Sohn von Eveline ist. Doch sie soll sich irren. Eines Tages steht nicht Eveline vor ihrer Tür und fordert ihren Sohn zurück. Ein Tag, der nicht nur das Schicksal von Kaspar und Babett für immer verändert. 

Wie schon bei ihren Romanen zuvor erzählt Gina Mayer auch in ihrem neuen Roman eine bewegende Geschichte über das unsichtbare Band, das über Generationen Menschen miteinander verbindet. Sie erzählt entlang der Lebensläufe von vier Frauen anschaulich von den Veränderungen, die das 20. Jahrhundert auf das Leben der Menschen hat und spannt den zeitlichen Bogen vom Beginn des 20. Jahrhunderts über die 1930er Jahre bis hin in die 1990er Jahre. Gina Mayer hat einmal mehr einen süffigen, unterhaltsamen (Familien-)Roman mit historischem Mehrwert geschrieben, der von der eigenen Familiengeschichte inspiriert worden ist.