Cornelia Achenbach, Darüber reden wir später

Ein kleines bürgerliches Leben im Einfamilienhaus mit Garten. Das Leben - ein ruhiger Fluss. Die zwei Kinder wohlgeraten und längst ausgezogen, kommen gelegentlich, "um sich mal blicken zu lassen". Den Lebenstraum, Bücher zu schreiben, hat Margret nach Studium, Hochzeit und zwei Geburten schon lange aufgegeben. Als Gerd, ihr Mann, bei der Gartenarbeit einen Schlaganfall erleidet und über Wochen im Koma liegt, bleibt sie allein im Haus zurück - ein Zustand, der ihr zunehmend gefällt. Sie beginnt, sich Fragen zu stellen: Wie konnte ihr ihr eigenes Leben derart abhanden kommen? Sie beginnt wieder zu schreiben. Sie erinnert sich an eine alte Liebe und fragt sich, was wäre wenn gewesen. Zur Ablenkung bringt Margrets Bruder ihr die Tagebücher der verstorbenen Mutter. Auf einmal ist sie mit einer Liebe konfrontiert, die Krieg und Flucht überstand - und einem Ereignis, über das nie jemand sprach. Bis Ingrid, die ältere und ferne Schwester, die jahrelange Entfremdung durchbricht und zu reden beginnt

Dieser Romanerstling von Cornelia Aschenbach ist ein ausgesprochen gelungenes Debüt. Geschrieben in einer unaufgeregten, schönen und klaren Sprache entfaltet die Autorin mit und mit das Porträt einer Frau und ihrer Familie, die in ihrer Art etwas Typisches für die Generation der Nachkriegskinder hat, ohne dies aufdringlich oder dramatisch zu thematisieren. Eigentlich die Geschichte einer ganz normalen Familie. So wie viele von Uns sie kennen oder erlebt haben. Hat mir sehr gefallen!

Achenbach, Cornelia
Wunderraum
ISBN/EAN: 9783336548170
20,00 € (inkl. MwSt.)